Rechnung per WhatsApp senden

WhatsApp ist der Standard-Chat zwischen Handwerker und Kunde. Warum dann nicht auch die Rechnung darüber verschicken? Geht – hat aber Regeln. Hier die Kurzfassung.

Darf ich eine Rechnung per WhatsApp schicken?

Kurz: Ja, wenn der Kunde damit einverstanden ist. Eine Rechnung muss nach § 14 UStG nicht auf Papier oder per Post verschickt werden – elektronische Übermittlung ist zulässig, solange die Rechnung lesbar, vollständig und unverändert beim Empfänger ankommt. Ein PDF per WhatsApp erfüllt das.

Welches Format?

Immer als PDF. Keine Fotos vom Papier, keine Screenshots, keine Word-Dokumente. Ein PDF ist:

  • Formatstabil (sieht bei jedem Empfänger gleich aus)
  • Nachweisbar (Zeitpunkt der Erstellung steht in den Metadaten)
  • Auch Jahre später lesbar
  • Direkt an Buchhaltung / Steuerberater weiterleitbar

So geht's mit Sprechnung

  1. Rechnung einsprechen und festschreiben
  2. PDF generieren (geht automatisch)
  3. „Teilen" tippen und WhatsApp aus dem System-Dialog wählen
  4. Kontakt auswählen, kurze Nachricht ergänzen, absenden

Vorteil: Der Versand läuft über das native System-Teilen-Menü deines Handys. WhatsApp bekommt genau das PDF, nichts anderes.

DSGVO-Hinweise

WhatsApp verarbeitet Metadaten des Nachrichtenversands (Absender, Empfänger, Zeitpunkt) auf Servern außerhalb Deutschlands. Deshalb:

  • Stelle sicher, dass der Kunde den Versand per WhatsApp wünscht – idealerweise einmalig schriftlich per Chat bestätigt
  • Sende keine besonders sensiblen Daten (z. B. Gesundheitsinformationen) per WhatsApp
  • Nutze für die geschäftliche Kommunikation WhatsApp Business, nicht den privaten Account – sauberere Trennung

Empfehlung: E-Mail zusätzlich

WhatsApp ist bequem, aber manchmal gehen Chats verloren – Handy-Wechsel, Backup-Probleme. Sende wichtige Rechnungen zusätzlich per E-Mail an die Kunden-Adresse. So hast du eine zweite Belegspur, und der Kunde kann die Rechnung sauber archivieren.

Textvorlage für den WhatsApp-Versand

Hallo Herr Müller,
wie besprochen im Anhang die Rechnung für die heutige Reparatur.
Zahlbar bis zum 30.04.2026 auf IBAN DE12 3456… Bei Rückfragen gern melden.
Beste Grüße, Max Mustermann

Was du vermeiden solltest

  • Rechnungen nur als Fotos verschicken („habe ich ausgedruckt und abfotografiert")
  • Word-Dokumente statt PDF – der Kunde kann sie verändern
  • Rechnungen ohne Pflichtangaben („schreibst du mir bitte noch 80 € für heute?")
  • Rechnungen an WhatsApp-Gruppen weiterleiten

Was sagt das Finanzamt?

Das Finanzamt interessiert nicht, wie die Rechnung zum Kunden kam – sondern ob sie vollständig, aufbewahrt und dokumentiert ist. Solange du die ausgestellten Rechnungen in deiner Software hast und zehn Jahre aufbewahrst, spielt der Versandweg keine Rolle.

Vorteile auf einen Blick

  • Kunde bekommt die Rechnung sofort, auf dem Gerät, das er ohnehin nutzt
  • Lesebestätigung direkt sichtbar (zwei blaue Häkchen)
  • Schnellere Bezahlung durch weniger Reibung
  • Keine Briefkosten, kein Drucker nötig

Fazit

Rechnungen per WhatsApp sind rechtlich zulässig, DSGVO-konform machbar und in der Praxis ein klarer Produktivitätsgewinn. Wichtig bleibt: Immer PDF, immer vollständige Pflichtangaben, immer das Einverständnis des Kunden. Wer diese drei Punkte beherzigt, spart sich tonnenweise Briefumschläge.

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