Was ein Angebot rechtlich ist
Ein Angebot (auch Kostenvoranschlag) ist eine Willenserklärung: Du beschreibst die Leistung und den Preis. Nimmt der Kunde an, entsteht ein Vertrag. Genau deshalb lohnt es sich, Angebote präzise zu formulieren – sie werden im Streitfall zur Grundlage der Abrechnung.
Pflichtbestandteile eines Angebots
- Vollständige Anschrift deines Betriebs
- Vollständige Anschrift des Kunden
- Angebotsnummer und Datum
- Gültigkeitsdatum („Gültig bis: …")
- Beschreibung der Leistung in klaren Positionen
- Menge, Einheit, Einzelpreis und Gesamtpreis pro Position
- Nettosumme, Mehrwertsteuer (oder Hinweis § 19 UStG), Bruttosumme
- Zahlungsbedingungen (Skonto, Anzahlung, Fälligkeit)
Aufbau, der Kunden überzeugt
1. Klar statt pauschal
„Bad komplett sanieren – 8.000 €" ist ein schlechter Kostenvoranschlag. Besser: Abbruch alter Fliesen (Menge in m²), neue Fliesen inkl. Typ, Sanitärobjekte mit Hersteller, Stunden für Installation, Entsorgung. Je klarer die Aufstellung, desto weniger Streit am Ende.
2. Puffer, aber nicht aufgeblasen
Plane eine ehrliche Zeitreserve ein. Wer kalkuliert, als ob nichts schiefgeht, zahlt am Ende selbst drauf. Wer zu stark aufpolstert, verliert den Zuschlag. Ein realistisches Mittel – typisch 10–15 % auf Arbeitszeit – bewährt sich.
3. Nebenleistungen mit ausweisen
Anfahrt, Entsorgung, Parkgebühren, Gerüst, Abdeckfolie – alles, was tatsächlich entsteht, gehört als eigene Position ins Angebot. Sonst führen Sie hinterher zu Diskussionen oder Verlusten.
4. Gültigkeit setzen
Materialpreise schwanken. Setze eine klare Gültigkeit (typisch 14–30 Tage). Danach bist du nicht mehr gebunden. Sprechnung markiert abgelaufene Angebote automatisch und zeigt sie im Überblick.
5. Zahlungsbedingungen klar benennen
„Zahlbar innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsdatum ohne Abzug. Bei größeren Projekten 30 % Anzahlung nach Auftragsannahme." Diese zwei Sätze schützen deine Liquidität.
Vom Angebot zur Rechnung: nahtlos
In Sprechnung wird ein angenommenes Angebot auf Knopfdruck zur Rechnung. Du behältst die Positionen, Kunde, Preise und ergänzt nur noch, was während der Ausführung tatsächlich dazukam. Damit sparst du doppelte Eingabe und vermeidest Übertragungsfehler.
Status transparent halten
Ein Angebot hat in Sprechnung einen klaren Status: offen, angenommen, abgelehnt oder abgelaufen. Du siehst sofort, welche Angebote noch auf Antwort warten – und kannst gezielt nachfassen, bevor sie abgelaufen sind.
Typische Fehler
- Zu pauschale Positionen – führen bei Nachforderungen zu Streit
- Keine Gültigkeit – Preis bleibt theoretisch bindend, auch wenn Material teurer wurde
- Keine Zahlungsbedingungen – Kunde zahlt, wann er Lust hat
- Nebenleistungen nicht ausgewiesen – du verschenkst kleine Beträge
- Handschriftlich – wirkt nicht professionell und ist fehleranfällig
Praktisches Beispiel
Du bist Elektriker. Ein Kunde fragt nach „Steckdosen im Wohnzimmer ergänzen". Ein gutes Angebot hat: Anfahrt (Pauschale), 4 Unterputzdosen (Stk × Preis), 25 Meter Kabel (m × Preis), 6 Stunden Arbeit (Std × Stundensatz), Entsorgung alter Materialien (Pauschale), Nettosumme, Mehrwertsteuer 19 %, Bruttosumme, Zahlungsziel 14 Tage, Gültigkeit 30 Tage. Alles in einer druckbaren Ansicht – und später auf Knopfdruck als Rechnung.
Fazit
Gute Angebote sind keine Bürokratie, sondern Verkaufsinstrument und Absicherung. Je präziser du formulierst und je schneller du reagierst, desto öfter bekommst du den Zuschlag – und desto sauberer läuft die Abrechnung am Ende.